Damit die Kirchen im Dorf bleiben

Benefizkonzert in Heumaden

Martin Bernklau, 03.07.2013 11:26 Uhr

Stuttgart-Sillenbuch – Es gibt viel zu tun, und die Heumadener packen es an. Manfred Onnen hatte die Idee, und der Chorleiter stieß überall auf offene Ohren: Für die Aufgaben, die in den evangelischen Gotteshäusern Gnadenkirche und Alt-Heumaden, dazu in der katholischen Gemeinde Sankt. Thomas Morus anstehen, kamen sieben Heumadener Chöre und Ensembles zu einem Benefizkonzert zusammen. Das wurde am Sonntagabend in der bis auf den letzten Platz gefüllten Gnadenkirche – und um sie herum – nicht nur ein schöner, in Euro zählbarer Erfolg, sondern auch ein wunderbares Fest.

Martin Onnen (li.) und sein Chor sowie sechs andere Ensembles begeisterten die Zuhörer in der Gnadenkirche, und die spendeten für den Erhalt ihrer Gotteshäuser.
Foto: Martin Bernklau

 

„Damit die Kirchen im Dorf bleiben!”, so war der Aufruf überschrieben. Neben der Walcker-Orgel in der Gnadenkirche müssen die Fassade der ehrwürdigen Kirche Alt-Heumaden, der Gemeindesaal und der Kindergarten von Sankt Thomas Morus erneuert werden. An allen drei Orten ist der Liederkranz Heumaden mit seinen Chören und der Theatergruppe verwurzelt. Die Organisation der anschließenden Hocketse lag in den Händen von Brunhilde Hald und ihren Liederkranz-Helfern.

„Lasst uns diesen Raum mit Klängen erfüllen”

Die neue Pfarrerin Jutta Seifert begrüßte die Musiker, Sänger und Zuhörer nicht mit der göttlichen Siebenzahl, sondern machte das tapfere Schneiderlein der Gebrüder Grimm zum Maskottchen: „Sieben auf einen Streich”. Klug, selbstbewusst und gemeinsam wolle man an die baulichen Aufgaben gehen. „Und jetzt: Lasst uns diesen Raum mit Klängen erfüllen!”

Dem Ideengeber Manfred Onnen gebührte mit seinem gemischten Chor des Liederkranzes der klangstarke und festlich klassische Beginn: Christoph Willibald Glucks „Füllt mit Schalle” und einem vom Vater Gerd Onnen bearbeiteten Mozart-Menuett, später mit Beethovens „Lied an die Freude” und Sätzen aus Portugal und Argentinien. Dazwischen kamen die von Dorrit Schmid geleiteten Fun Singers und machten dem Liederkranz mit Brit-Pop, Afrikanischem und Amerikanischem sehr schwungvoll alle Ehre. Am Klavier: Rainer Roubicek. Saiko Suzuki hatte ihrem Ad-hoc-Chor absagen müssen, aber der wirklich ad hoc als Dirigent eingesprungene Wolfgang Großmann zeigte souverän, dass in seinen Adern reichlich Musikantenblut der böhmischen Ahnen fließt.

Alpin wirkende, eindrucksvolle Naturtöne

Der Posaunenchor begeisterte unter der Leitung von Jörgen Umbach zunächst mit instrumentalen Bläserstücken und begleitete dann den von Michaela Kauschke bestens eingestellten Gospelchor Good News, der mit frischen Rhythmen auch zu den amerikanischen und afrikanischen Wurzeln zurückging. Altehrwürdig ist auch das Alphorn. Das 2009 in Heumaden gegründete Trio aus Eva und Frieder Heinzmann und Alfred Schneider hat sich den Namen Schwabenklang gegeben; es bekam rauschenden Beifall für deutlich alpin wirkende, eindrucksvolle Naturtöne.

Als mitreißender Höhepunkt und Abschluss trat der vor 53 Jahren gegründete Onnen-Chor mit einem hochklassigen internationalen Melodien-Strauß von Südafrika, Südamerika bis zum deutschen Seemanns-Klassiker vor das Publikum.

Den Dank sprach der Pfarrer Norbert Dieterich aus der Kirchengemeinde in Alt-Heumaden und stimmte mit den 137 Mitwirkenden und den Menschen in den Kirchenbänken unter der Leitung von Manfred Onnen den Kanon „Dona nobis pacem” an. Im riesigen Sammelschwein am Ausgang fanden sich – noch vor den Erträgen der abendlichen Hocketse – gut 3000 Euro an Spenden.