Der Chor

Im Nebenzimmer einer (heute nicht mehr existierenden) Gaststätte in Stuttgart – Bad Cannstatt fand am 7. Dezember 1959 die erste Probe des Folklore Singchor Stuttgart statt.

Zu Beginn gab es einen 14-Tage Proben-Rhythmus, der, ich weiß nicht mehr wann – in einen wöchentlichen umgewandelt wurde.

Die Mitglieder waren Sängerinnen und Sänger von Chören, die Gerd Onnen damals leitete. Zumindest am Anfang blieben die Teilnehmer auch ihren „Heimat"-Vereinen treu. Oft verlor sich dieses Doppelengagement aber mit der Zeit, zum verständlichen Leidwesen der abgebenden Chöre. Umso bemerkenswerter ist es deshalb, dass – mit wenigen Ausnahmen – die Vereine meinem Vater eigentlich nicht gram waren.

Das ambitionierte Vorhaben, Lieder aus aller Welt in den jeweiligen Originalsprachen vorzutragen, hatte in dem ebenfalls von Gerd Onnen gegründeten und geleiteten „Stuttgarter Madrigalchor" seine Keimzelle. Etliche der dort bereits versammelten Mitstreiter bildeten denn auch das Rückgrat des neuen Folklorechors.

Die Mitgliederzahlen bewegten sich in diesen 50 Jahren ganz ordentlich nach oben und nach unten. Aktuell haben wir fast den Gründungsstand, nämlich 31 Aktive (gegenüber 32 Ende 1959).

Die organisatorische Heimat des Chors ist Stuttgart. Die Mitglieder selbst kamen aber schon immer aus einem enorm großen Einzugsbereich.

Die Namensentwicklung spiegelt einerseits den jeweiligen Zeitgeist wider, andererseits die Versuche, das Programm des Chors im Namen bereits anklingen zu lassen. Wir treten nun aber seit Jahren schon als Onnen-Chor in Konzerten und Veranstaltungen auf, in Würdigung des Gründers und der Berücksichtigung des derzeitigen Leiters. Außerdem haben wir immer wieder festgestellt, dass der Begriff „Folklore" umfangreich erläutert werden musste. Die berechtigte Frage, was tut ein Chor, wenn nicht „singen", ließ aus dem Singchor schon früh den puren Chor werden. Von den „Singers" kamen wir wieder ab, da nur englisch, nicht aber international genug. (Manfred Onnen, aus „Unglaubliche 50 Jahre OnnenChor")