SWR4SWR Interview mit Manfred Onnen

Sonntag 7.12.2014 in SWR4 mit Michael Saunders

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Interview von Michael Saunders mit Manfred Onnen.

Michael Saunders: In SWR4, Musik aus dem Land gehts jetzt nach Stuttgart zu einem Chor der es sich zum Ziel gesezt hat, sprachliche Vielfalt auf die Bühne zu bringen. Wir haben es eben gehört, die Rede ist vom OnnenChor. Inzwischen weit über 50 Jahre aktiv. Benannt nach seinem Gründer Gerd Onnen. Heute leitet sein Sohn Manfred Onnen die Truppe. Und der sorgt dafür, das dem schwäbischen Chormitgliedern die vielen vielen Sprachen sauber über die Lippen gehen. Auch beim Weihnachtskonzert am kommenden Wochenende in der Landeshaupstadt. Vor ein paar Tagen durfte ich Manfred Onnen im Funkhaus begrüßen.
Manfred Onnen: Guten Abend Herr Saunders.
Michael Saunders: Wie sind denn die Proben in den vergangenen Wochen so verlaufen? 
Manfred Onnen: Ja, also intensiv. Weil wir ja auf verschiedenen Hochzeiten tanzen, weihnachtlichen Hochzeiten. Wir haben einen Auftritt in Paris demnächst. Und dann das Konzert hier in Stuttgart. Wobei das Stuttgarter Konzert wesentlich umfangreicher und mit wesentlich mehr Neuheiten bestückt sein wird als Paris. Da liefern wir dann etwas ab, was die dort alle erwarten.
Herr Saunders: Also heute Abend, muss ich den Hörerinnen und Hörern sagen, wenn wir dieses Interview auf den Sender geben, sind Sie, Sie haben es eben erwähnt in Paris. Wie ist es denn zu diesem Engagement gekommen?
Manfred Onnen: Wir haben vor zwei Jahren ein ähnliches Engagement in Stockholm gehabt. Haben dort in der Deutschen Kirche in Stockholm ein Weihnachtskonzert internationaler Art geben dürfen. Das war über eine Einladung über vier Ecken, ich kann es Ihnen gar nicht mehr genau sagen. Auf jeden Fall waren wir dort eingeladen. Und die sind irgendwie auch untereinander vernetzt, diese auslands-deutschen Kirchengemeinden und haben uns dann jetzt nach Paris eingeladen. In die dortige Deutsche Kirche. Wir sind konfessionell ungebunden, also es ist jetz nicht so dass wir in irgendeiner Form einen Auftrag haben, sondern wir sind eingeladen, weil wir mit unserem internationalen Programm, gerade besonders zu Weihnachten sicher eine Bereicherung darstellen.
Michael Saunders:Und eine verbindende Sache ist es ja alle mal. Herr Onnen, wir waren vorher bei den Proben. Was war denn in diesem Jahr die Sprache die für die Chormitglieder die größte Herausforderung gewesen ist?
Manfred Onnen: Die größte Herausforderung sind nicht Sprachen die in der Schrift besonders kritisch aussehen, also zum Beispiel mit Buchstaben oder Zeichen die wir gar nicht sofort interpretieren können. Sondern es sind die Sprachen die eigentlich ganz harmlos aussehen, das ist im Übrigen , ist es ungarisch zum Beispiel. Das ist sehr sehr schwierig weil es sehr viele dunkle Laute hat. Und dann ist es das schwierige eine sehr schnelle Abfolge von zum beispiel spanischen oder italienischen Silben. Da muss man dann noch besser sein als die mit der Werbung von Arztneimitteln.
Michael Saunders: Lassen Sie sich da manchmal von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern beraten?
Mnafred Onnen: Ja, sehr gerne sogar. Weil wir versuchen jetzt nicht nur am Original entlang zu schlittern, sondern möglichst wirklich treffen. Und da habe ich immer  wieder, Gott sei Dank sehr gute Kontakte, entweder solche die schon sehr lange bestehen oder die dann neu zustande kommen. Mit Leuten, Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern, oder zumindest wieder jemand, der oder die lange in einer dieser vielleicht Regionen auch gelebt hat. Denn nicht immer ist es die Sprache, die große Sprache sondern oftmals sind es wie hier zum Beispiel auch eben Dialekte die da eine Rolle spielen.
Michael Saunders: Kommendes Wochenende am 14. Dezember ist dann Ihr großer Auftritt in der Stuttgarter Liederhalle, Ihr traditionelles Weihnachtskonzert. Der Auftritt ist ausverkauft, das macht Sie wahrscheinlich sehr stolz, alle die keine Karten bekommen haben, die sind dann wahrscheinlich eher ein bisschen traurig darüber. Kann man den OnnenChor in der Vorweihnachtszeit vielleicht woanders noch genießen?
Manfred Onnen: Also in Stuttgart zum Beispiel hier in der Landeshauptstadt sind wir dann nochmal direkt am tag danach sprich am 15. Dezember abends im Hof des alten Schlosses. Das ist traditionell auch, das wir da anlässlich des Weihnachtsmarkts eine 3/4 Stunde singen. 18 Uhr. 
Michael Saunders: 18 Uhr! Dann vielen Dank nochmal für diesen Termin. Und jetzt würde ich sagen, hören wir nochmal rein, in Ihre neue CD, die jetzt auch kurz vor diesem großen Auftritt veröffentlicht worden ist. Sie heißt Glory Christmas Hallelujah. Das Einstiegsstück zu Beginn unseres Interviews, haben wir ja vorhin schon genossen. Das russische Lied. Jetzt Senora Dona Maria aus Chile. Und danach dann ein Lied aus Afrika, genauer gesagt aus Tansania. Das dürfen Sie selber ansagen.
Manfred Onnen: Ja das heisst Amezaliwa. Ist ein sehr sehr rythmisch betontes Lied. So ein bisschen Richtung Gospel, aber kommt eben nicht aus den USA, sondern aus Tansania.
Michael Saunders: Dann bedanke ich mich ganz herzlich für Ihren Besuch. Manfred Onnen vom OnnenChor in Stuttgart. Ihnen dann alles Gute für den Auftritt in Paris und für die Auftritte in Stuttgart. Schön das Sie bei uns waren.
Manfred Onnen: Ich danke Ihnen Herr Saunders. Danke Schön.